AVIA Osterwalder St. Gallen investiert in Wasserstoff

Die Osterwalder St. Gallen AG investiert in die Zukunft der Mobilität: Wasserstoff als Treibstoff. Das Unternehmen will seine Tankstellen langfristig um H2-Zapfsäulen ergänzen und beteiligt sich dazu an der H2 Energy AG.

Wasserstoff als Treibstoff für Autos, LKW und Cars hat heute noch Seltenheitswert. Mittelfristig aber wird Wasserstoff zum Standardtreibstoff. Denn die Vorteile von Wasserstofffahrzeugen sind bestechend: Ausser Wasserdampf entstehen beim Fahren keinerlei schädliche Emissionen und das Nachtanken gelingt ebenso einfach, schnell und sicher wie bei konventionellen, mit Diesel, Benzin oder Erdgas betriebenen Fahrzeugen. Daher ist das Reichweitenproblem von Elektroautos beim Wasserstoffauto kein Thema. Zudem ist die zugrundeliegende Technologie, also die Brennstoffzelle, in der Wasserstoff in Wasser umgewandelt wird, wobei elektrische Energie für den Antrieb des Elektromotors des Fahrzeugs entsteht, längst serienreif.

Ohne Infrastruktur kann der Wandel nicht beginnen

Trotzdem fahren bislang nur einige wenige Handvoll Fahrzeuge – 25 waren es Ende 2017 in der Schweiz – mit dem umweltfreundlichen Treibstoff Wasserstoff. Der Grund: Mangels Infrastruktur, sprich Wasserstofftankstellen, können Wasserstofffahrzeuge derzeit nur in bestimmten Regionen im Alltag genutzt werden. Weltweit gibt es aktuell nur rund 220 öffentliche Wasserstofftankstellen – darunter erst eine einzige in der Schweiz.

Das soll sich in absehbarer Zukunft ändern: AVIA plant, das bestehende Tankstellennetz langfristig um Wasserstoff-Zapfsäulen zu ergänzen. Zu diesem Zweck beteiligt sich die Osterwalder St. Gallen Holding AG an der 2014 gegründeten H2 Energy AG, an der Coop, Betreiberin der bisher einzigen öffentlichen Schweizer Wasserstofftankstelle in Hunzenschwil, bereits mit einer Minderheit beteiligt ist. Zudem wird Martin Osterwalder im Verwaltungsrat der H2 Energy AG Einsitz nehmen.

Der Wettbewerb schläft auch beim Wasserstoffauto nicht

Mit diesem Schritt beweist die Osterwalder St. Gallen Holding AG sowohl ökonomischen als auch ökologischen Weitblick. Auch im Ausland wird derzeit viel für die Zukunft des Wasserstoffautos getan. So schmiedeten im Januar 2017 verschiedene deutsche Autohersteller, darunter BMW und Daimler gemeinsam mit namhaften Industriekonzernen (u. a. Shell und Linde) eine Wasserstoffallianz, die in den kommenden Jahren rund 1,5 Milliarden Franken ins Projekt «Wasserstoff-Fahrzeuge» investieren will.

Noch freilich steht die Entwicklung am Anfang – weshalb das Engagement der Osterwalder St. Gallen Holding AG als Ergänzung und nicht als Ablösung des Bestehenden zu verstehen ist. «Die Ergänzung des Serviceangebots um Wasserstoff hat keine Auswirkungen auf unsere bisherigen Leistungen», erklärt Martin Osterwalder. «Das Unternehmen, Mitglied der AVIA-Vereinigung seit deren Gründung anno 1927, wird auch künftig seinen Kernbereichen Tanken, Heizen, Schmieren und Autopflege treu bleiben.»

Gezielte Investition für eine erfolgreiche Zukunft

Allerdings stellt AVIA Osterwalder St. Gallen mit der Beteiligung an der H2 Energy AG wichtige Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Eine Zukunft, in der umfassender individueller Mobilität grosses Augenmerk zukommen wird. Wasserstoff, als umweltfreundlicher, unkompliziert und sicher handhabbarer Treibstoff, nachhaltig produziert auf Basis inländischer Ressourcen und CO 2 -neutraler elektrischer Energie, ist dafür unabdingbar.